Katholisches Bildungswerk Stuttgart

Karl Jaspers und Martin Heidegger - Freundschaft und Fremdheit

Philosophie am Freitag

K-19-1-2110F

FR 05.07.19 – FR 19.07.19

Fr 05.07. | 12.07. | 19.07.19, jeweils 09:30 – 13:00 Uhr

Thomas Gutknecht, Dipl. Theologe, Philosophischer Praktiker

Haus der Katholischen Kirche

69,00 €

“!Versuchte und einander versuchende Freunde” nannte Hans-Georg Gadamer die Antipoden Jaspers und Heidegger. Zumindest anfangs sah es so aus, als wollten sie sich im berühmten Diktum von Max Scheler wiedererkennen: “Nur für Freunde kann man überhaupt philosophieren”. Beide verband damals nicht nur persönliche Sympathie, sondern auch das Bewusstsein, an einem Strang zu ziehen gegen die Abstraktionen einer an zeitlosen Werten und dem Ideal strenger Wissenschaft orientierten Schulphilosophie. Beide setzten sie auf “die Existenz”: Aus der Analyse von Schlüsselphänomenen des Daseins – Zufall, Schuld oder Sterblichkeit – sollte die Philosophie ihre Lebensbedeutsamkeit zurückgewinnen; als Erwecker zu eigentlichem Philosophieren sind Jaspers und Heidegger prägende Gestalten des Denkens geworden – und zu geheimen Gegenspielern. Ihrer zunehmenden Entfremdung, zementiert durch Heideggers Engagement für den Nationalsozialismus, entsprachen getrennte Wege einer Erneuerung der Metaphysik. Das waren zugleich Wege der Distanzierung. Doch selbst unter Bedingungen einer öffentlich abgebrochenen Kommunikation wurden Versuche der Verständigung unternommen, wie Nachlassmaterialien belegen: Notizen zu Heidegger von Jaspers, Notizen zu Jaspers von Heidegger. Und zwischen ihren verehrten, ja geliebten Lehrern “das Mädchen aus der Fremde”, Hannah Arendt. Die Trilogie vergegenwärtigt die Dramatik dieses Ringens der ungleichen Freunde.

Information und Anmeldung:
Logos-Institut Thomas Gutknecht, Fichtenweg 8, 72805 Lichtenstein, 0 71 22/4 84 oder 01 71/8 51 77 28, gutknecht_at_praxis-logos.de