Katholisches Bildungswerk Stuttgart keb – Katholische Erwachsenenbildung

Gesellschaft und Politik

Druck machen – Warum Klimaklagen gegen Regierung und Autokonzerne notwendig sind

Di 05.07.22, 19:00 – 20:30 Uhr

K-22-1-1318

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH)

Haus der Katholischen Kirche

Eintritt frei

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DUH-Vorstand Rürgen Resch

Das Forschungsinstitut Sipri sieht ein neues Zeitalter der Risiken heraufziehen mit einer gefährlichen Mischung aus Umweltkrisen und Sicherheitskrisen. Nach Ansicht von Jürgen Resch kommt in Deutschland noch der immer stärkere Einfluss großer Industriekonzerne auf die Politik hinzu. In den letzten Jahren spielten daher unsere Gerichte eine immer bedeutendere Rolle, wenn es um den Schutz der sauberen Luft und neuerdings auch den Klimaschutz geht. So wurde das in Deutschland Tabuthema Tempolimit auf Autobahnen in den Niederlanden erst vor zwei Jahren aus Gründen der Luftreinhaltung und des Klimaschutzes verschärft und der Mineralölkonzern Shell zur Änderung seiner Geschäftspolitik verurteilt.

Den von der Deutschen Umwelthilfe im Januar 2020 initiierten und unterstützten Klimaklagen von Kindern und Jugendlichen wurde im vergangenen Jahr vom Bundesverfassungsgericht stattgegeben. In darauf aufbauenden Verwaltungsklagen müssen die Gerichte nun entscheiden, ob die Klimaschutzgesetze im Bund und im Land ausreichend sind oder nachgebessert werden muss – so wie bei den erfolgreichen Klagen auf Luftreinhaltung wegen Feinstaub und Stickstoffdioxid.

Jürgen Resch wird über den Stand der Klageverfahren gegen Mercedes-Benz, BMW und den Ölkonzern DEA Wintershall berichten, ebenso über die Verfahren gegen das Land Baden-Württemberg und die Bundesregierung auf einen echten Klimaschutz, mit dem das 1,5-Grad-Ziel von Paris erreicht werden kann.

Jürgen Resch ist seit 1988 Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe und verwaltet hier die Bereiche Verkehr, Kreislaufwirtschaft und ökologische Marktüberwachung. Er begann seine umweltpolitische Karriere 1975 als Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Naturschutz Bodensee und Anfang der 80er Jahre beim Bund für Umwelt und Naturschutz e.V. (BUND). Im Jahr 1986 kam er zur DUH und feierte seitdem wichtige Erfolge, wie die Einführung von Dieselpartikelfilter bei neuen Diesel-Pkw, das Dosen-Pfand, die Durchsetzung einer wirkungsvollen Luftreinhaltepolitik sowie die Klimaentscheidung des Bundesverfassungsgerichts aus dem April 2021 zur Pflicht des Staates die Rechte künftiger Generationen zu achten.

Kooperation mit: KUS – Klima und Umweltbündnis Stuttgart, Haus der Katholischen Kirche