Katholisches Bildungswerk Stuttgart

Auguste Rodin und Alberto Giacometti: Figuren aus dem Staub des Raumes

Allgemeinbildungskurs im Bischof-Moser-Haus

K-20-1-2301

MO 10.02.20 – MO 16.03.20

Mo 10.02. | 17.02. | 02.03. | 09.03. | 16.03.20, jeweils 09:30 – 11:00 Uhr

Ulla Groha, Kunsthistorikerin, Museumspädagogin

Bischof-Moser-Haus, Wagnerstr. 45

30,00 €

Rodins wuchtig-kraftvolle Denkerfigur und Giacomettis fragil anmutende, spindeldürre Frauengestalten – der Kontrast könnte kaum größer sein! Doch die beiden Künstler verbindet mehr, als man zunächst meint.

Die Wahrheit und die Größe des Menschen, das sind Rodins wesentliche Anliegen. Aus Ton, Bronze und Marmor hat er das menschliche Wesen gestaltet, die Frau besungen, alle Leidenschaften, alle Freuden, alle Laster zum Leben erweckt. Seine Figuren, “in welche der Sünde Süße stieg aus den Wurzeln des Schmerzes” (Rilke), haben die Zeit überdauert und ziehen uns mehr denn je in ihren Bann.

Auch Giacometti will in seinen Figuren die “Totalität des Lebens” ausdrücken: Kampf, Schmerz, Trauer, Tod. Er will Sinnbilder schaffen für die gesehene und erlebte Wirklichkeit und verfolgt das Ziel, zum wahren Wesen der plastischen Form und damit des menschlichen Lebens vorzudringen. Aus der Distanz und Frontalität seiner Figuren entwickelt es seine wichtigsten Stilmittel: überlängte, dünne Figuren mit winzigen Köpfen.