Katholisches Bildungswerk Stuttgart

Adolf Hölzel und Ida Kerkovius. Farbharmonien und Abstraktion

Allgemeinbildungskurs in Stuttgart-Sillenbuch

K-21-1-2301

MO 11.01.21 – MO 08.02.21

Mo 11.01. | 18.01. | 25.01. | 01.02. | 08.02.21 jeweils 18:00 – 19:30 Uhr

Ulla Katharina Groha M.A., Kunsthistorikerin, Museumspädagogin

Gemeindehaus St. Michael, Kleinhohenheimer Str. 15

40,00 €

Adolf Hölzel gehört zu den einflussreichsten Pionieren der ungegenständlichen Kunst im 20. Jahrhundert. Anfangs noch der impressionistischen Stilrichtung zugewandt, führte die Radikalität seiner künstlerischen Vorgehensweise schließlich dazu, die Kunst vom Gegenstand und in noch größerem Maße vom Inhalt zu lösen, was besonders an den Titeln seiner Pastellarbeiten deutlich wird, die oft als “Komposition” bezeichnet werden. Hölzel verwendete Formen und Farben als autonome Gestaltungsmittel, die er aber immer wieder mit gegenständlichen Motiven zu verbinden verstand. In seiner Kunstlehre analysierte er mit brillanter Schärfe die bildnerischen Mittel. Seine theoretischen Schriften beeinflussten die nachfolgende Künstlergeneration nachhaltig – auch die aus Riga stammende Künstlerin Ida Kerkovius. Nachdem sie schon in Dachau bei ihm Unterricht genommen hatte, wird sie in Stuttgart seine Meisterschülerin und 1911 sogar seine Assistentin an der Königlichen Württembergischen Akademie. Bei ihm erlebt sie das Bemühen um das Primäre: Linie, Fläche und vor allem Farbe, und gab dies an Privatschüler weiter. Nach dem 1. Weltkrieg suchte sie neue künstlerische Anregungen in Weimar am Bauhaus. In der Ausbildungsklasse der Weberei erhielt sie wichtige Impulse von Paul Klee, so dass sie im experimentellen Umgang mit verschiedenen Web-, Knüpf- und Applikationstechniken abstrakte Kunstwerke schuf, lange bevor sie 1933 ihr erstes ungegenständliches Bild malte.