Katholisches Bildungswerk Stuttgart

Selbstsorge und Selbsterkenntnis

K-21-1-1406

MI 12.05.21, 18:30 – 20:00 Uhr

Johanna Kosch, Philosophin, Lehrbeauftragte für fachübergreifende und intergenerationelle Seminare

Haus der Katholischen Kirche

8,00 € (nur Barzahlung)

“Bester Mann, […] schämst du dich nicht, für Geld zwar zu sorgen, wie du dessen aufs meiste erlangst, und für Ruhm und Ehre, für Einsicht aber […] und für deine Seele, daß sie sich aufs beste befinde, sorgst du nicht und hieran willst du nicht denken?” (Platon: Apologie des Sokrates)

Selbstsorge geht der Selbsterkenntnis voraus. Beides ist wichtig für ein gelingendes Leben und eine stabile Persönlichkeit. Das Konzept der Selbstsorge, wie es der französische Philosoph Michel Foucault bei den antiken Griechen und Römern auffindet, beschreibt das Sorgen und Kümmern um sich selbst, es lehrt Verantwortung zu übernehmen für sich selbst und konstituiert das Individuum überhaupt erst zu einem Subjekt, das der (Selbst)Erkenntnis fähig ist. Die Sorge um sich ist dabei nie abgeschlossen. Sie ist ein stetiger Prozess und tätige Auseinandersetzung mit dem Selbst und der eigenen Lebenspraxis. Wir bleiben nicht für immer der oder die Gleiche, entwickeln uns weiter und stellen uns beständig neu auf den Prüfstand, hinterfragen auch das “Selbstverständliche”. In der an den Vortrag anschließenden Diskussion möchten wir uns Fragen der Art zuwenden: Wie kann Selbsterkenntnis aus Selbstsorge entstehen? Worin liegt der Unterschied der Selbstsorge zum Egoismus? Wie gestaltet sich das Spannungsfeld zwischen Selbstsorge und Fürsorge für andere?

Johanna Kosch ist eine junge Stuttgarter Philosophin, die eine Philosophische Praxis betreibt, in der sie Menschen im philosophischen Spannungsfeld zwischen der Frage nach dem guten Leben und herausfordernden existentiellen Erschütterungen berät und dialogisch begleitet.