Katholisches Bildungswerk Stuttgart

Die passiv-aggressive Gesellschaft

K-19-2-4115

MO 14.10.19, 19:00 – 20:30 Uhr

Harald Gumbl, Sozialwissenschaftler, Gestalttherapeut

Haus der Katholischen Kirche

8,00 €

Obwohl in Talkshows und allgemein in dem Medien viel von der Verrohung der Sprache (hate speech) die Rede ist, lässt sich gleichzeitig feststellen, dass es uns zunehmend schwer fällt, in offene gesellschaftliche Auseinandersetzungen zu gehen. Streitereien innerhalb einer Partei oder einer Regierungskoalition werden beispielsweise als Schwäche gewertet und nicht als Ausdruck einer lebendigen politischen Kultur. Offene Auseinandersetzungen zu politischen und gesellschaftlichen Themen finden kaum noch statt. Die Akteure bevorzugen indirekte Formen der Durchsetzung ihrer Vorstellungen. Sie treten vordergründig freundlich auf, berufen sich auf Sachzwänge, stellen ihr Handeln als alternativlos dar oder verlagern Entscheidungen in Gremien.

Anstatt offen aggressiv in Konflikte zu gehen verlegen sich die gesellschaftlichen Akteure auf passiv-aggressives Verhalten. Das schafft ein gesellschaftliches Klima, das von unterdrückter Wut und heimlichem Hass geprägt ist. Viele wahre Gefühle müssen verdrängt werden. Konflikte werden nicht gelöst. Neue Konflikte kommen hinzu. Entweder erodiert dies den gesellschaftlichen Zusammenhalt von innen oder es kommt irgendwann zu einem Ausbruch mit unvorhersehbaren Folgen (wie bei einem Amoklauf). Es ist diese unterdrückte Wut, die viele Menschen heute spüren. In dem Vortrag wird aufgezeigt, wie es zu dieser Entwicklung kam und wie wir aus der Spirale ausbrechen können.