Katholisches Bildungswerk Stuttgart keb – Katholische Erwachsenenbildung

Religionen und Kulturen

Zwischen Krieg und Frieden: Wie positionieren sich Kirche und Theologie?

Theologische Matinee

So 22.01.23, 11:30 – 13:00 Uhr

K-23-1-1001

Haus der Katholischen Kirche

Eintritt frei. Spenden erbeten

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“Wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halte ihm auch die andere hin” (Mt 5,39), fordert Jesus in der Bergpredigt, um dann sogar zur Feindesliebe aufzurufen (Mt 5,44). Es überrascht also nicht, dass sich die Christen früh mit Krieg und Gewalt auseinandersetzten, zumal in der antiken Welt, in der die militärische Macht Roms allgegenwärtig war. Unter neuen historischen Vorzeichen fand aber auch in Kirche und Theologie bald die Frage Eingang, was einen Krieg rechtfertigt. Die kirchliche Lehre vom “gerechten Krieg” versuchte, den Krieg zu reglementieren. Wer sich auf der richtigen Seite wusste, konnte Soldaten und Waffen segnen und für den Sieg beten. Die frühchristliche Distanz zum Krieg scheint erst im 20. Jahrhundert im ökumenischen Ringen um einen “gerechten Frieden” wieder auf.

Angesichts des russischen Überfalls auf die Ukraine stellt sich aber die Frage nach dem christlichen Pazifismus ganz neu. Wie weit tragen friedensethische Überzeugungen, wenn das Völkerrecht gebrochen wird? Gibt es eine Pflicht, einem angegriffenen Land beizustehen – auch mit der Lieferung von Waffen? Müssen Kirche und Theologie ihr Verhältnis zu Krieg und Gewalt neu bestimmen?

Kooperation mit: Domkirchengemeinde St. Eberhard